Unsere Philosophie als Marktforscher
Der Marktforscher als Komplexitätsmanager und Problemlöser
Die gängigen Erklärungsmuster für Wirkbeziehungen und Markterfordernisse greifen nicht weit genug, um die komplexen Wechselbeziehungen unserer modernen Informationsgesellschaft widerzuspiegeln. Von der Unternehmenswelt und Marktforschung noch weitgehend unbeachtet, bahnt sich nicht nur im Internet eine große Veränderung an: Schlagwörter wie „Google-Gesellschaft“, „neue Leitmedien“ und „fragmentierte Verbraucher“ deuten darauf hin. Es genügt also nicht mehr, seine Fragestellungen weiterhin mit dem „richtigen Methodenbaukasten“ zu bearbeiten, denn die Flop-Raten steigen und Prognosen werden zunehmend unsicher – kurz: die Verbraucher verhalten sich immer seltener so, wie es der Marktforscher vorhersagt.
Unser Verständnis von Märkten ist daher grundlegend systemisch-konstruktivistisch. Als qualitativ orientierte Marktforscher richten wir unseren Blick auf die kommunikativen Zusammenhänge und sozialen Kontexte, in denen der Untersuchungsgegenstand (ein Produkt, ein Medienangebot oder eine Marke) Bedeutung für den Verbraucher hat. Produkte sind nur erfolgreich in spezifischen Kontexten; Neueinführungen scheitern nicht selten deshalb, weil Produkte für die falschen Kontexte entwickelt werden. Erst die ganzheitliche Analyse der sozialen Kontexte, der Rezeptionssituation und der kommunikativen Zusammenhänge, in die Medien, Produkte und Marken eingebunden sind, erlaubt die Ableitung relevanter Empfehlungen für Optimierung und Potenzialentwicklung.
Die integrierte funktionale Analyse als innovativer Forschungsansatz
Wir vereinen die psychologische und soziologische Modellbildung zu einem Ansatz, der sich als „prozessorientiert“ und „iterativ“ kennzeichnen lässt: die von uns entwickelte Integrierte funktionale Analyse. Integrativ deshalb, weil wir Schulen unabhängig Methoden miteinander verknüpfen. Funktional sind unsere Analysen, indem wir nicht nach verborgenen „Wahrheiten“ suchen, sondern Wirkmuster aufdecken, relevante Zusammenhänge fokussieren und so die Komplexität wirtschaftlichen und sozialen Handelns auf die zugrunde liegenden Mechanismen reduzieren. So entwickeln wir für unsere Kunden umsetzungsnahe und funktionale (!) Strategien zur Problemlösung.
phaydon – Name und Programm
Wir sind uns bewusst, dass die Wirklichkeit komplexer ist als ihr qualitatives und zahlenmäßiges Abbild. Das haben bereits die alten Griechen gewusst, die mit ihren Ideen zur Erkenntnisfähigkeit des Menschen weit voraus gewesen sind. „phaydon“, in Anlehnung an den altgriechischen platonischen Dialog Phaidon [faidon], ist daher Name und Programm. In Dialogform verfasst, diskutiert Sokrates mit seinem Gesprächspartner Phaidon die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis – sich dessen bewusst, dass wir nur ein unscharfes, vages Abbild der Wirklichkeit vor Augen haben. Übertragen auf die Marktforschung bedeutet das, nicht bei der Abbildung von Daten stehen zu bleiben, sondern diese im Dialog mit Sinn zu füllen, sie zu interpretieren und praxisnahe Erkenntnisse abzuleiten – unabhängig davon, ob die Datenbasis qualitativ, quantitativ, ethnografisch oder apparativ ist. So ausgefeilt sie auch sein mögen - Methoden sind immer Mittel zum Zweck, und die Erkenntnisse, die sich aus ihrer Anwendung ergeben, nur so gut wie die Interpretation und Analyse, die dahinter steckt.
